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Riley

markenlexikon

Riley - der englische Alfa Romeo


Der große Durchbruch in der Verkehrstechnik vollzog sich auch in England am Ende des 19. Jahrhunderts, obschon dort die industrielle Revolution wesentlich früher ihre Blütezeit hatte.
Dies gilt auch für die Familie RILEY aus Coventry, die sich mit Webereien etabliert hatte und um 1890 in Probleme geriet, die eine Neuorientierung erforderten, welche in Richtung Verkehrwesen (in diesem Falle Velociped) gingen.
Ähnlich Opel in Deutschland (Nähmaschinen) griff William Riley ab 1896 zur Fahrradproduktion und wie Adam Opel hatte auch er 5 Söhne, die im Familienbetrieb tätig waren.

Allan Riley Percy Riley Stanley Riley


William Riley



Victor Riley
Die Eigenproduktion von Riley umfasste zunächst Fahrräder, dann Motorräder und 3- bzw. 4-rädrige sog. Tricars/Cycle-Cars, also Leichtkraftfahrzeuge und 1907 den ersten 4-Rad-Wagen, also das erste Automobil, als 9 hp 2-cylinder.
1912 änderte man den Firmennamen von Riley Cycle Comp. in Riley (Coventry) Ltd.


4-Rad-Wagen


Riley Motorbike


Riley Tricar

Von 1919 bis 1926 beherrschte der sog. 11 hp also 1,5-Liter-4-cylinder die Modell-Linie, und auch hier ähnlich Opel, baute man ganz normale Standard-Autos für den täglichen Gebrauch.

1926 kam dann der große Wurf von Percy Riley mit dem sagenhaften 9-hp-Motor, der seiner Zeit soweit voraus war, daß er bis 1956 gebaut wurde und auch heute noch als hochmodernes Aggregat gelten kann: 4-cylinder mit 60/95 mm Bohrung/Hub gleich 1.087 ccm Querstrom-Cylinderkopf mit 2 hochliegenden Nockenwellen/2 OHV Halbkugelförmiger Brennraum mit 45-Grad-Ventilen 180-Grad-Kurbelwelle geschmiedet - mit nur 2 Lagern!
Leistung bei ca. 4.500 U/min ab 35 PS je nach Auslegung bis 65 PS. Mit dieser hervorragend zum „Frisieren“ geeigneten Konzeption entstanden sehr schnell „specials“ die in der 1100 cc-Klasse alles in Grund und Boden fuhren und in der nächsten Klasse bis 1500 cc auch ganz vorne mitfuhren. MG als härtester Konkurrent konnte sich nur durch den Kompressor beim K 3 retten und fuhr deswegen in einer anderen Klasse.
Der berühmte Riley-Brooklands 9 ist der Repräsentant dieser siegreichen Linie.


Riley-Brooklands
 
Riley Motor seitlich


Percy Riley


Riley 9-ph-Motor

Auf dieser Motorenkonzeption aufbauend, entwickelte Percy Riley den 12/4 1.500 cc und den 6-cylinder 12/6, beides großartige Aggregate, die schnell in entsprechenden Rennwagen z.B. von Freddy Dixon zu Weltruhm gelangten (The White Riley) und die ihren Höhepunkt im ERA-Grand Prix Wagen erlebten, der als 1,5-Liter 6-cylinder mit Kompressor eine Leistung von mehr als 200 PS bei Methylbetrieb erreichte und England Mitte der 30er Jahre die Vorherrschaft auf den Rennstrecken sicherte.

Freddy Dixon
Bei den Straßen-Versionen für den täglichen Gebrauch entstanden wunderschöne Modelle mit einprägsamen Namen wie Monaco, Kestrel, Merlin, Lynx und Falcon, die den wirtschaftlichen Erfolg sicherstellten und ein Topmodell Adelphi mit 90-Grad V 8-Motor aus zwei 9 hp-Blöcken zusammengesetzt.



Monaco Kestrel Merlin

 
Adelphi


Lynx


Flacon
Im Bereich der saloon-cars stellte der 1937 eingeführte „big four“ mit 2,5-Litern 4-cylindern die Basis für die Weiterführung unter Regie der Nuffield-Gruppe ab 1938 bis zum Ende der eigenständigen Riley-Entwicklung im Jahre 1957 mit dem Pathfinder.
Was nach ca. 1954 kam, war dann das berüchtigte badge-engineering, also Austin bzw. Morris-Modelle mit dem diamond-shaped Riley-badge zwecks Täuschung der Kunden.
Schnell führte diese Politik in den Abgrund von British-Leyland und dem bedauerlichen Verschwinden eines ganzen Industriezweiges, zu dessen Initiatoren England einst gehörte.

 
Big Four


Pathfinder
Heutzutage zählen Rileys zu den begehrtesten Rennwagen in der Klasse bis 1500 ccm, meist als anerkannte specials auf Basis der Standard-Chassis des 9 oder des 12/4, die wenigen originalen Brooklands werden hoch gehandelt und ein ERA zählt zum Traum eines jeden historic motorsport member.

Die berühmtesten Rileys sind The White Riley von Freddy Dixon,
Riley-Brooklands 9 hp,
Riley MPH,
TT-six/TT-sprite,
ERA auf Basis des Riley-Motorenkonzeptes.

Als Literatur empfehlen wir „As old as the industry“ von David Styles ISBN 0 9507941 0 4


 
White Riley


Riley MPH


TT-sprite
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