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Ferrari

markenlexikon

Selten ist in der Autobranche eine Firma so sehr mit der Person des Gründers verbunden wie bei FERRARI.


Deswegen steht am Anfang der Firmengeschichte die Person des ENZO FERRARI, geboren in Modena 1898 als Sohn eines eher kleinen Fabrikanten.
Die Rennbegeisterung war ihm wohl in die Wiege gelegt und wurde durch die Leidenschaft des Vaters und des älteren Bruders für die damals in Mode kommenden Autorennen natürlich gefördert.






Enzo Ferrari
Die berühmten italienischen Fahrer der Frühzeit taten ein Übriges als Vorbilder, Namen wie Vincenzo Lancia und Felice Nazarro sind uns auch heute noch geläufig.

In den turbulenten Zeiten des ersten Weltkrieges kam leider seine Ausbildung etwas zu kurz und schon 1916 war er durch den Tod des Vaters auf sich selbst gestellt.


Felice Nazarro
Bei FIAT wurde er als Lehrling nicht angenommen, aber eine kleine, heute vergessene Autofirma namens CMN stellte ihn ein als Auslieferungs- und Testfahrer, 1919 bestritt er sein erstes Rennen und wurde 4. in seiner Klasse. Ebenfalls 1919 fuhr er dann auf CMN die Targa Florio in Sizilien mit und konnte sich als 9. platzieren.
1920 war das entscheidende Jahr, denn er kam in die Werksmannschaft von ALFA ROMEO nachdem er auf einem 4,5-Liter der Firma in der Targa Florio zweiter im Gesamtklassement geworden war. Er fuhr nun mit mehr oder weniger Erfolg die berühmten Alfa RL aus der Merosi-Ära. Die Copa Acerbo in Pescara brachte 1924 den Durchbruch durch seinen Sieg. Er fuhr mit allen Großen dieser Zeit ganz vorne mit und man lernte sich kennen und schätzen, was für seine spätere Karriere ausschlaggebend war.
In diese Zeit fällt auch die erstmalige Verwendung des springenden Pferdes auf gelbem Schild durch Ferrari, ursprünglich das Symbol eines italienischen Jagdfliegers (Baracca) aus dem 1.Weltkrieg.
Seine Karriere als Rennfahrer endet schon 1927, er wird Leiter der regionalen Alfa-Romeo Niederlassung. Er ist immer noch in den Diensten der berühmten Firma und dem Renngeschehen eng verbunden, obwohl Alfa Romeo sich 1925 vorübergehend vom Rennsport zurückzog.


1929 ist ein wichtiges Jahr, denn Ferrari gründet seine erste eigene Firma, die SCUDERIA FERRARI als de-facto ausgelagerte Rennabteilung von Alfa. Heute würde man sagen „outsourcing“. Er verpflichtet u.a. so berühmte Fahrer wie Campari und Nuvolari, die im Ersten Jahr bei 22 Rennen bereits 8 Siege einfuhren – natürlich auf Alfa Romeo und unter dem Signet des „prancing horse“ der Scuderia. Es war die Sensation dieser Jahre und die größte private Rennfirma, vergleichbar den heutigen Rennställen in der Formel I.
Bald schon übernahm Alfa wesentliche Anteile an der Scuderia und Enzo Ferrari wurde zum offiziellen Rennleiter der Firma, die in diesen Jahren weltweit Siege an ihre Fahne heften konnte.

1933 zog Alfa sich erneut wegen finanzieller Probleme vom Rennsport zurück und die Scuderia übernahm nun endgültig als selbständige Einheit den ganzen Rennbetrieb.
Der bekannte italienische Mäzen Graf Trossi wurde zu dieser Zeit Partner und Rennleiter bei der Scuderia Ferrari, den nach der Geburt seines Sohne Alfredo ( Dino) 1932 hatte sich Enzo vom aktiven Rennbetrieb weitgehend zurückgezogen.
Es folgten nun die Jahre des Niederganges von Alfa Romeo und des kometenhaften Aufstiegs von Mercedes und später der Auto-Union. Ferrari entwickelte die Rennwagen von Alfa weiter und unterhielt ein eigenes Konstruktionsbüro, verstärkt durch Mitarbeiter des Werkes wie z.B. den berühmten Motoren- Konstrukteur COLOMBO.




Vincenzo Lancia



Targe Florio



Copa Acerbo


Copa Acerbo



Dino Ferrari

Enzo & Nuvolari  
  Campari Graf Trossi









1937 gab es Probleme im internen Verhältnis Ferrari-Alfa durch die Person des techn. Direktors Wilfredo RICART; dem sich Enzo Ferrari nicht unterstellen wollte. Er schied aus der von ihm gegründeten Firma aus und durfte gemäß Vertrag für 4 Jahre nicht als Konkurrenz zu Alfa Romeo tätig werden.

Wilfredo Ricart

Es schlug nun die eigentliche Geburtsstunde der AUTOFIRMA FERRARI. Seine neue Firma 1937 hieß Auto-Avio Costruzioni S.p.A kurz AAC. Man baute diverse technische Gerätschaften aber auch einen Sportwagen mit Relativ kleinem Motor, der AAC 815 hieß und erstmals 1940 bei der letzten Vorkriegs-Mille Miglia debütierte. ES WAR DER ERSTE ECHTE FERRARI.

Die folgenden Kriegsjahre überspringen wir und landen wieder im Jahre 1947 in
Modena mit ganz neuen Voraussetzungen. Die Firma heißt jetzt Ferrari und Inhaber ist Enzo Ferrari mit seinem alten Chefkonstrukteur Colombo. Man verlegte sich auf kleine, vielzylindrige Motoren mit hohen möglichen Drehzahlen und es stehen V-12 Aggregate von Colombo in den Hubraumklassen 1,5/2,0 und 3,0-Liter zur Verfügung. Die dazugehörigen reinen Rennfahrzeuge tragen die seither üblichen Bezeichnungen in der Weise, dass jeweils der einzelne Cylinderinhalt Namensgeber ist:

Typ 125 als erster Nachkriegsferrari (125 ccm x 12 gleich 1.500 ccm und somit 1,5 Liter),
Typ 166 (166 x 12 gleich 1.992 oder 2 Liter),
Typ 250(s.o. 3,0 Liter).



AAC 815


Ferrari 125


Ferrari 166


Ferrari 250


1952 fällt die alte Formel I aus und die Weltmeisterschaft wird mit sog. Formel II Autos gefahren, Ferrari gewinnt durch Ascari das erste von vielen Malen die Meisterschaft.

Ascari
Die weitere Geschichte des Hauses geht über Rennsiege auf allen Strecken der Welt und die Finanzierung des alleinigen Firmenzweckes, nämlich Rennen zu gewinnen, zu den großartigen GT-Straßenfahrzeugen auf Basis der Serie 250. Die Autos, auch die Rennwagen, wurden eigentlich nur verkauft, um Geld für neue Projekte zu bekommen. Demzufolge sind die sog. Straßenfahrzeuge wie 250 GT in den 50er Jahren mit Karosserie versehen Rennwagen, denen jeder Komfort abgeht.
Genau das macht den Charakter der eigentlichen Ferrari aus, wie Enzo sie wollte.


Ferrari 250 GT

Leider war die finanzielle Lage immer prekär, so dass man sich 1969 unter das Dach von Agnellis FIAT-Imperium flüchten musste. Das hatte in diesem Falle des nationalen Heiligtums Italiens gottseidank keine negativen Folgen, Enzo durfte ungehindert weiter schalten und walten, lediglich die Straßenfahrzeuge wurden etwas zivilisierter (Beispiele sind die 275 und 365er, besonders für den USA-Export). Die Rennerfolge gingen weiter und bedürfen hier keiner besonderen Beschreibung.

1988 starb Enzo Ferrari. Schlagartig vervielfachten sich die Preise für klassische Ferrari. Es setzte ein Boom ohne gleichen ein, denn jeder glaubte an den Verfall der Philosophie des Hauses nach Enzo.
Diese Turbulenzen haben sich inzwischen gelegt, eine solide Preisbildung der echten Ferrari hat stattgefunden und schreitet weiter fort mit kalkulierbaren Steigerungen. Die Firma ist äußerst lebendig und man wird die weitere Entwicklung mit großem Interesse verfolgen müssen.

Die Ferrari aus der Enzo-Ära sind allesamt Berühmtheiten. Literatur ist unzählbar, am autenthischsten sind die Erzählungen von Enzo Ferrari in seinem Lebenswerk „ Piloti, che gente...“ 1985 Conti Editore Bologna.

Ferrari 275


Ferrari 365
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