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Borgward

markenlexikon

 BORGWARD – und was alles dahinter steht.


Heutzutage fällt natürlich sofort der Name ISABELLA und die Erinnerungen an das Drama von Bremen im Jahre 1960 werden wach. Dazu jedoch kommen wir später, denn alles fing viel, viel früher an, nämlich 1905 in Varel/Oldenburg mit der Firma HANSA und 1906 in Bremen mit LLOYD und noch früher mit der Geburt des Carl Friedrich Wilhelm BORGWARD im Jahre 1890.
Der junge Ing. Borgward stieg 1919 in Bremen in eine Reifenfirma ein, deren Betrieb er aber schon nach kurzer Zeit auf automobiles Zubehör umstellte und in Bremer Kühlerfabrik Borgward & Co. umbenannte, womit die Geburtsstunde der Borgward- Gruppe auf das Jahr 1920 gelegt werden kann. Von da an ging es bergauf.





Carl F. W. Borgward

Borgward stellte schon bald in seiner kleinen Fabrik den „Blitzkarren“ her, ein rudimentäres Transportgerät auf Dreirad-Basis mit Motorrad-Technik, das billig und zuverlässig war und das 1928 Anlaß zur Gründung der Goliath-Werke war, denn so hießen die dreirädrigen Weiterentwicklungen.


Goliath-Werke



Blitzkarre

Die beiden obengenannten Autofirmen Hansa und Lloyd hatten sich schon früher vereinigt mit Sitz in Bremen, waren prompt in Schwierigkeiten geraten und durch die direkte Nachbarschaft zu Borgwards Goliath-Werk in Bremen-Hastedt prädestiniert, von dem erfolgreichen Unternehmer übernommen zu werden, was 1929 erfolgte. Die durchaus guten und bekannten Automobile aus Bremen hießen HANSA bzw. HANSA-LLOYD und deckten bis zu Achtzylinder -Luxuswagen alles ab, wobei es übrigens ein Modell namens „Senator“ gab neben einem „Konsul“ – beides sehr hanseatisch gediegen.
1931 erfolgte die Verschmelzung zur Borgward-Gruppe, die sich primär mit dem Bau von leichten Liefer- und Lastwagen befasste aber auch den skurilen 3-Rad Goliath PKW namens Pionier (Sperrholzkarosserie) herausbrachte.


Senator
 
Konsul Cabriolet

Goliath, Borgward und Lloyd Logos


Hansa Logo


Hansa-Lloyd Verwaltungsgebäuge



Konsul

Unter dem Namen HANSA (aus Hansa-Llloyd entnommen) stellte Borgward dann 1934 den sehr gelungenen Mittelklassewagen Hansa 1100 und später den Hansa 1700 vor.


Hansa 1700



Hansa 1100

1938 war das neue Werk in Bremen-Sebaldsbrück fertig und die Firmengruppe nannte sich jetzt „Carl F. W. Borgward Automobil- und Motoren-Werke GmbH“ wobei Borgward alle Anteile der Firma hielt.
Besonders schöne und leistungsstarke Automobile vermarktete man direkt unter dem Namen BORGWARD ab 1939, so den 2000/2300 Sechszylinder und für den Eigengebrauch vom Chef einen HANSA genannten 3,5 Liter Sechszylinder in Kleinstserie von 1937-1939.

Aufgrund der Vorbestimmung in Sachen Nutzfahrzeuge baute Borgward während des Krieges Militär-LKW bis zur Ausbombung des Werkes 1944.


Militär-LKW 8t
Zugkraftwagen

Borgward B2000-A/O
Kübelwagen



Borgward 2000


Borgward 2300



Militär-LKW Borgward B2000 Allrad

1948 war der Chef aus der üblichen Haft der Siegermächte zurück und begann sofort wieder, Autos zu bauen und zwar den sensationellen ersten deutschen Ponton mit Namen Borgward Hansa 1500, gefolgt 1954 von dem Supermodell ISABELLA , die mit über 200.000 Stück bis zum Ende im Jahre 1961 einer der erfolgreichsten Personenwagen dieser Zeit war. Besonders gelungen war das Coupé / Cabriolet der Isabella, ursprünglich als Einzelstück für die Frau des Firmenchefs handgefertigt, dann wegen des großen Zuspruchs in Serie übernommen.
Großwagen mit 2,3 Liter Sechszylinder-Motoren und einem ziemlich unausgereiften Automatic-Getriebe konnten sich anfangs nicht durchsetzen und führten ein Schattendasein, der letzte, eigentlich dann sehr gute und auch attraktive Borgward 2,3 Liter mit Luftfederung kam voll in die Phase des Firmenzusammenbruches 1960/61 und wurde doch immerhin 2.500 mal gebaut.
Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist, daß man sich seitens des vom Bremer Senat bestellten Konkursverwalters nicht schämte, dem fast 70ig-jährigen Firmengründer den privat gefahrenen 2,3-Liter zu beschlagnahmen.......... Sic gloria transit!



Isabella


P 100 mit Luftfederung

GOLIATH baute natürlich die unverwüstlichen Dreirad-Lieferwagen wie eh und je, aber auch mittlere PKW verließen die Werkshallen, mit dem 2-Zyl.-Zweitaktmotor versehen, sogar ein revolutionärer Einspitzmotor wurde verwendet für die Sportversion GP 700 E und den 900 E, eine Kleinversion der Isabella.
Der Frontantrieb war durchaus richtig und zukunftweisend, der Durchbruch kam aber erst mit der Einführung des Vierzylinder-Boxers im Goliath 1100, der nach einem Jahr schon 1958 zum Hansa 1100 und zu einem rundum gelungenem Automobil wurde, eigentlich den VW Golf vorwegnehmend und seiner Zeit insofern voraus.
Durch den Zentralrohrrahmen konnte man es sich leisten, eine Vielzahl von Karosserie-Varianten bis hin zum Coupé im eigenen Betrieb zu fertigen, auch ein Cabriolet wäre auf dieser Basis irgendwann entstanden, der „Chef“ war für solche Sonderwünsche immer zu begeistern, vorausgesetzt die Idee kam von ihm.


Goliat 1100

Hansa Coupé 1100

 
Dreirad-Lieferwagen


GP 700 E


GP 700


GP 900

LLOYD jedoch stellt den Gipfel der Verdienste Borgwards um die deutsche Nachkriegsmotorisierung dar und wird für immer unvergessen bleiben:
1950 als 300 ccm 2-Zyl. 2-Takter mit 10 PS erschienen, wurde er wegen seiner in Press-Sperrholz gebauten und mit Kunstleder bespannten Karosserie im Volksmund zum, LEUKOPLAST-BOMBER“, der er bis heute liebevoll geblieben ist.
Bis 1957 wurden von den zweitaktenden LP 250/300/400 ccm 128.000 Stück gebaut!
Der Nachfolger viertaktete mit 2 Zylindern und 25 PS von 1955 bis 1961 sagenhafte 176.000-mal!


LP 400


LP 250


LP 300

ARABELLA von Lloyd war dann der eigentliche, moderne deutsche Kleinwagen, der vom Konzept her allen anderen Entwicklungen überlegen war: Der neue 900 ccm Vierzylinder -Boxer mit Frontantrieb in einer wunderschönen Karosserie brachte es trotz erheblicher Kinderkrankheiten trotzdem auf 46.000 gebaute Wagen in den Jahren 1960 und 1961 – welch ein Erfolg gegen VW wäre hier gelungen, wenn der alte Konsul Borgward etwas konzilianter und der Bremer Senat etwas weniger hanseatisch gewesen wären ....


Arabella

So waren alle hinter den Kulissen Beteiligten und Abwartenden heilfroh, als der gefährlich moderne und idealistische Konkurrent aus Bremen endlich das Zeitliche segnete. Und alles in völliger politcal correctness. Mercedes übernahm die modernen Werksanlagen in Bremen.

Carl Borgward war der letzte der automobilen Gründergeneration, man stelle ihn in eine Reihe mit Carl Benz, Gottlieb Daimler und August Horch – schwierig waren sie alle und das war auch gut so.
 

Die bedeutendsten Automobile von Carl Borgward waren:
Der „Blitzkarren“ als Urahn aller Goliath.Dreiräder.
Hansa 1700 Sport Cabriolet von 1935
Borgward Hansa 1500 von 1949
Borgward Isabelle von 1954
Lloyd LP 300 „Leukoplastbomber“ von 1950
Lloyd/Borgward Arabella von 1959


Hansa 1500



Goliat Dreiräder PKW

Literatur gibt es über die jeweils genannten Einzelmarken der Gruppe gesondert aber ziemlich spärlich, eine Biographie über Carl F. W. Borgward sollte den Gesamtbereich umfassen, ist uns aber derzeit nicht geläufig, der sehr aktive Interessenverband IG Borgward weiß sicherlich mehr.






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